Kinderkochclubs

Unsere Kinderkochclubs schaffen eine lebendige Esskultur und halten dafür sowohl vergnügliche Aktivitäten, als auch eindrucksvolle Kochprogramme bereit. Neugierig? Dann schaut und erfahrt, was                                                            

 

die ostfriesischen Schneckenkinder (7 - 11 Jahre) und die ostfriesischen Wilden (12 - 15 Jahre)

 

leckeres kochen und was sie erleben. Die nächsten Termine werden in Kürze in unserem Veranstaltungskalender angekündigt.

Mit neuem Schwung sind die Slow Food Schneckenkinder in den Frühling gestartet

Am 30. März haben sich 7 Schneckenkinder zum ersten Mal in diesem Jahr wieder zum Kochen in Großefehn getroffen. Voraus gegangen war eine Umorientierung der „Großen“, also dem Team, das die Kinder beim Kochen unterstützt. Besonders gefreut haben wir uns über Nachwuchs aus den eigenen Reihen. Anna kommt zu uns von den Jungen Wilden, dem Kochclub der Slow Food Jugendlichen.  Anna bringt viel Engagement, Fachwissen und sehr viel Liebe im Umgang mit den Kindern zum Team. 

Nachdem alle Kinder mit Slow Food Schürzen speziell für Schneckenkinder ausgestattet waren, gleich ans Händewaschen gedacht und sich ausgesucht hatten, welches Gericht sie zubereiten wollen, ging es zur Sache. Zwei der Kinder haben zuerst unter Anleitung von Malte den Karamell „Mocktail“ zur Einstimmung kreiert. Diese Schneckenkinder-Tradition führt nun Malte fort, der frische Ideen  von seinem kürzlich absolvierten Cocktail-Kurs mitbrachte.

 

Drei weitere Schneckenkinder haben mit Anna eine frische Hühnerbrühe mit mehreren Einlagen gekocht. Das war eine prima Gelegenheit herauszufinden, dass Suppe nicht in der Tüte wächst. Die Brühe wurde aus frisch gekochtem  Huhn und reichlich geschnibbeltem Gemüse mit selbstgemachten Einlagen zubereitet. Anna zeigte allen ein Mehlklütje, eine Art Eierstich aus der ostfriesischen Traditionsküche. Wie toll, dass diese Rezepte am Leben erhalten und weitergegeben werden! Auch das ist Slow Food.

 

Die Hauptspeise, Hackbällchen mit Currysauce, war der indischen Küche abgeschaut. Die Kinder waren erstaunt über die ungewohnte Kombination von Fleisch, Gewürzen und Fruchtkomponenten. Sollte da tatsächlich geriebener Apfel und Orangensaft in die Hackfleischsoße?? Ein bisschen Ehrfurcht wurde natürlich dem vermeintlich scharfen Currypulver entgegengebracht, aber schnell gelernt, dass alles eine Frage der richtigen Dosierung ist.

Süß und fruchtig war dann der Abschluss. Es gab Milchreis mit einem hausgemachten Kompott  aus Orangen, als besonderes Extra auf dem Milchreis. Einige der Kinder bereiteten mit Hilfe von Fidi die beliebte Nachspeise zu. Fidi ist auch neu beim Team Kinderkochen, auch wenn sie ein erfahrener Slow Food Hase ist.

 

Zum Schluss, vielen Dank an den Leinerstift, der dem Kochclub der Schneckenkinder wieder den ehemaligen Imbiss in Mittegroßefehn überließ. Der Imbiss wurde inzwischen zu einer gut eingerichteten Lehrküche für Jungköche umfunktioniert.  Es gibt hier alles, was das (angehende) Kochherz begehrt, sogar einen Convectomat, also einen professionellen Heißluftdämpfer. Allerdings kam der (diesmal) noch nicht zum Einsatz. Begeisterung löste auch der Klotz von superschnellem Profi-Geschirrspüler aus. Nach einer Weile ließ das Interesse der  kleinen Köche dann leider nach. Vielleicht ein Anstoß, an der Ausdauer der Kinder beim Spülen und Aufräumen noch ein wenig zu arbeiten, denn auch lästige Pflichten gehören ja zum Kochen.

 

Der Nachmittag hat allen viel Spaß gemacht und geschmeckt hat es auch. Im Anschluss gab es gleich jede Menge Ideen für zukünftige Events. Es gab Vorschläge, dass man auch das beliebte Grillen einmal anders gestalten könnte, zum Beispiel mit viel mehr Gemüse… Wie wäre es, einmal für die Eltern zu kochen? Und dann ist das ja auch immer noch dieses Wundergerät in der Küche, wie hieß das noch …Convectomat?

 

Fazit: wir freuen uns schon auf das nächste Mal und viele Ideen haben wir auch schon. Seid gespannt!

[Text und Bilder Kerstin Losch]

Kochkurs im Zeichen der Schnecke -

Profi-Koch aus dem Weserbergland zu Gast bei Slow-Food Ostfriesland

jm Münkeboe im Februar 2019   Sechs junge Erwachsene, zwei Organisatoren und ein Profi-Koch. Die trafen sich am letzten Wochenende in der Küche von Regina und Jürgen Fette in Münkeboe. Regina Fette ist die Vorsitzende der ostfriesischen Slow-Food Gruppe.

Slow Food ist eine weltweite Organisation, die sich um Regionalität, Ernährung und Genuss kümmert. In diesem Zusammenhang organisieren die örtlichen Gruppen unter anderem auch Kochgruppen für Kinder und Jugendliche. Denn bewusste Ernährung und Spaß an Kochen und Genuss kann man schon früh entwickeln.

Bei den Ostfriesen gibt es sogar zwei solche Kochgruppen. Die „Schneckenkinder“ (7 bis 11)  und die „Ostfriesischen Wilden“. Das kam so:  Nach Informationen von Regina Fette wurden die „Schneckenkinder“ schon vor vielen Jahren gegründet. Sie leitete diese Gruppe mit einigen Mitstreitern von Anfang an. Der Name war Programm: ruhig und genussvoll sollte es zugehen, Neues sollte (aus)probiert werden, vor allem aber sollte der Spaß unbedingt im Vordergrund stehen. 

Bald stieg die Zahl der kochbegeisterten Kids an und irgendwann war die Gruppe mit 12 Teilnehmern voll. Natürlich wurden die Kinder mit der Zeit auch immer älter und so beschlossen die Erwachsenen, dass man die Gruppe auslaufen lassen wolle, um mit jüngeren Teilnehmern wieder neu starten zu können. „Aber“ so Regina Fette, „das ging gar nicht! Eindeutig und selbstbewusst forderten die älter gewordenen Kids: Wir wollen weiterkochen. Unbedingt!“ So entstand schließlich eine zweite Gruppe im Alter ab 12: „Die ostfriesischen Wilden“. Und die sind inzwischen erwachsen. Kochen finden sie aber noch immer sehr gut. Anna Wäcken aus Rechtsupweg ist mit ihrem Bruder Renke genau wie Wilko aus Norden, Victoria aus Victorbur und Ihno aus Rechtsupweg schon seit 2009 dabei: „Wir kochen auch manchmal bei uns zu Hause. Das macht echt Spaß.“ 

Mit den langjährigen Erfahrungen sind auch die Ansprüche gestiegen. Man müsse den ‚Wilden‘ schon immer wieder etwas Neues bieten. So besuchte die Gruppe vor einiger Zeit ein Restaurant auf Langeoog, um mit dem dortigen Team in deren Küche zusammenzuarbeiten.

 

Mit Thore Keim haben sich die Fettes diesmal einen Profi-Koch direkt an den Ort der regelmäßigen Gruppentreffen eingeladen. Keim kocht als zweiter Mann am Herd in dem hochkarätigen Restaurant „Graf Everstein“ in Polle bei Holzminden im Weserbergland. Der Koch und das Ehepaar Fette kennen sich schon länger. Keim: „Ich fand es eine gute Idee, mit den Ostfriesichen Wilden zu kochen.“ Als Menü hatte er Crêpes mit vier verschiedenen Füllungen, einen Schweinebraten und zum Dessert Créme Brulée ausgesucht. Und weil in einer guten Restaurantküche natürlich auch die Beilagen wichtig sind, bereiteten die Köche sie verschieden zu. Die „Bete“ wurde  nicht nur in der bekannten Form als  Rote Bete sondern in drei Farben und Formen, von frittierten Chips bis zum Püree, vorbereitet. Da wurden die Bete-Scheiben dann mit einer Kochpinzette aufwändig in der Pfanne frittiert. Auch Karotten hatte der Koch in drei verschiedenen Farben eingekauft. Und die mussten dann natürlich nicht einfach nur geputzt und zerteilt werden. Alle Möhren wurden in möglichst gleichmäßige Stücke geschnitten. Restaurantküche eben. Auch den Schweinebraten bereiteten die Köche liebevoll zu. Die obere Fettschichte bekam eine gleichmäßige Rauten-Form eingeschnitten, in die die Gewürze eingerieben wurden. Das sah dann perfekt aus.

 

Die beiden Kochgruppen von Slow-Food Ostfriesland treffen sich etwa vier Mal im Jahr zum gemeinsamen schnippeln, kochen und genießen. Kinder, die Interesse an diesen Angeboten haben, können sich unter ostfriesland@slowfood.de informieren. Dort kann man auch erkunden, wann der nächste Kochtermin stattfindet. Regina Fette ist unter 04942/4561 zu erreichen.

[Text und Fotos: Joachim Mittelstaedt]

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